Actions

Work Header

Geschichten ohne Titel Nummer 9 bzw. Le Maquis

Chapter Text

Harry James Potter war gerade sechzehn Jahre alt geworden.
Ein Alter in dem andere Jungs die erste große Liebe entdeckten, oder vielleicht sogar die ewige Liebe, und einfach nur Jungs waren.
Sie spielten, ärgerten, tranken und gingen auf Partys um nach irgendwas weiblichem Ausschau zu halten. Eventuell um danach über eben diese Mädchen zu lästern oder zu schwärmen. Vielleicht stellten sie dann noch ihren Freunden stolz die hübsche Freundin vor und knutschten mit ihr am Lagerfeuer rum.
Ganz normale Aktivitäten in der Pubertät die ihnen keiner Übel nahm.
Harry war sechzehn und na ja...er hatte einfach nicht das Glück es anderen Jungs nachmachen zu dürfen. Er war eingesperrt, im Ligusterweg Nr. 4, in seinem kleinen Zimmer mit den Gittern vor dem Fenster.
Er bekam nur Ärger, musste seine Verwandten bedienen und aß nie genug.
Und dazu trauerte er auch noch, was er natürlich nicht öffentlich tun dürfte, jedenfalls nicht im Ligusterweg.
Als er sich ein schwarzes Tuch um das Handgelenk gebunden hatte, wie es in der magischen Welt so üblich war wenn man um einen lieben Menschen trauerte, hätten seine Verwandten ihn fast geköpft.
Angeschrien hatten sie ihn, sein Onkel war mit einem Besen auf ihn losgegangen und danach war das Abendessen für eine Woche gestrichen worden.
Was Sirius wohl dazu gesagt hätte?
Seufzend sah der junge Mann aus dem Fenster raus, weit konnte er nicht sehen, wenn er doch wenigstens eine Nachricht von seinen Freunden bekommen würde.
Aber sie meldeten sich einfach nicht, kein Brief, kein Lebenszeichen, nichts.
Irgendwie kam er sich vor als wäre er von der Außenwelt abgeschnitten, vergessen worden in dieser verdammt schwierigen Zeit.
Vielleicht war er wirklich vergessen worden und während sie sich den Magen vollschlugen dachten sie nicht daran das ihr Freund gerade hungerte.
Ein Knall ertönte, ein sehr merkwürdiges Geräusch das nicht wirklich natürlich klang. Harry erschrak und griff instinktiv nach seinem Zauberstab.
Auch wenn er nicht zaubern durfte, vielleicht wusste das der Angreifer ja nicht und ließ dann davon ab dem Jungen etwas anzutun.
So wie Dudley der immer noch Schiss hatte das Harry ihm ein paar Schweineohren verpasste.
Er musste schmunzeln als er daran dachte, dann aber vertrieb er diesen Gedanken, denn  da war immer noch dieses Geräusch gewesen.
Sicher hatte ein Zauber diesen Knall verursacht und er wusste genau das der Orden nicht so laut zauberte wenn er zu Harry unterwegs war.
Also waren es nicht die Freunde die sich in den Ligusterweg begeben hatten, obwohl vielleicht Ron?  
Der war immer laut, egal was er tat, sogar beim Schlafen war Harrys bester Freund verdammt laut.
Nein, er war es wohl nicht, er war zu hause und glaubte sicher das es seinem Freund gut ging.
Und davon abgesehen kam er sicher nicht am hellichten Tag vorbei.
„Du hast die ganze Nachbarschaft erschreckt“ schimpfte eine Stimme die Harry nicht erkannte, wahrscheinlich weil sein Fenster zu war und die Personen sich draußen befanden.
„Mir egal“ knurrte eine andere Stimme zurück, sie klang nicht nur gleichgültig sondern auch sehr böse, wild.
Dem Jungen lief ein kalter Schauer über den Rücken, wer waren diese Leute?
Das sie Zauberer waren schien klar zu sein, aber wer waren sie und was wollten sie von Harry?
Es war auch klar das sie zu Harry wollten, sicher nicht zu Mrs. Figg oder den Dursleys. Vielleicht waren es Todesser.
Es war ja möglich das Voldemort einen Weg gefunden hatte den Schutz zu durchbrechen und nun schickte er seine Schergen um Harry zu töten.
Kampflos würde er sich nicht in sein Schicksal ergeben, das war sicher, er war einfach noch zu jung um zu sterben.
Er wollte doch mindestens noch seine hübsche Freundin den Kumpels vorstellen, wenigstens das.
„Und wie holen wir ihn jetzt da raus“ fragte die erste Stimme nun, Harry erstarrte:
„Wir können doch da nicht rein spazieren und ihn einfach mitnehmen.“
„Wieso nicht“ knurrte die zweite Stimme.
„Weil das zuviel Aufsehen erregen würde, er hat gesagt wir sollen es ordentlich und ruhig machen! Kletter zum Fenster hoch, die Gitter kriegst du doch locker weg.“
Der junge Mann schluckte, sollte er fliehen?
Nein, wenn er es tatsächlich schaffen sollte das Haus zu verlassen lief er den Beiden direkt in die Arme.
Und woher zum Teufel wussten sie das genau dies sein Fenster war?
Vorsichtig sah er runter, entdeckte einen braunen und einen graubraunen Schopf, mehr konnte er nicht sehen.
„Ich will da nicht hochklettern“ schimpfte die zweite Stimme.
Aber dann schien er wohl einzusehen das es nicht anders ging, denn im nächsten Moment war ein Kratzen und Bröckeln zu hören.
Harry wich vom Fenster weg, öffnete den Käfig von Hedwig und befahl ihr zu fliehen sobald der Weg frei war.
Der graubraune Schopf erschien am unteren Rand des Fensters, eigentlich war das Zimmer ziemlich hoch und nur die nackte Wand führte zu ihm.
Wie konnte dieser Kerl hoch klettern, mit einem Haftzauber vielleicht?
Er kam nicht höher.
„Was mach ich wenn ich ihn habe“ fragte er knurrend, schien dabei nach unten zu sehen.
„Dann pack ihn, seine Sachen und schmeiße alles runter. Ich fange ihn auf.“
„Du halbes Hemd“ lachte der Kerl und kam hoch.
Harry sah als erstes goldene Augen, stechend goldene Augen die schon fast gelb erschienen und dann...