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Geschichten ohne Titel Nummer 9 bzw. Le Maquis

Chapter Text

Draco Malfoy sah den jungen Mann vor sich todernst an, sein Blick war eiskalt und starr, seine Muskeln angespannt. Sein ganzer Körper zeigte an das er jeden Moment zum Angriff übergehen würde.
Und sein Gegner war ebenso angespannt, sogar dessen Herzschlag und Atem schien in diesem Moment auszusetzen. Volle Konzentration war genau das was die Beiden in diesem Moment brauchten.
Angriff.
Verteidigung.
Dann plötzlich, unsagbar schnell und flink, zog Draco seinen Zauberstab und schoss einen Fluch auf Harry ab.
Fast schon lautlos flog der gelbe Strahl auf den jungen Mann zu und dieser...musste im letzten Moment ausweichen.
„Du hast es schon wieder nicht geschafft“ maulte Draco enttäuscht, während sein Zauber den Sessel in der Leseecke traf.
Der Sessel verwandelte sich daraufhin in einen überdimensionalen Igel und Harry sah sehr erstaunt darauf. Dann lachte er leise auf, der Igel war genauso groß wie der Sessel und auch so starr.
„Du hast ihn schon wieder falsch betont“ stellte Dracos Freund grinsend fest:
„Du bist vielleicht schnell aber nicht sonderlich gut.“
„Jeder hat seine Stärken und Schwächen“ winkte Draco ab und verwandelte den Igel zurück in einen Sessel. Er war sich klar darüber das er bei vielen Zaubern einfach die richtige Betonung nicht schaffte, besonders wenn er den Zauber nur dachte.
Aber er arbeitete daran, ebenso hart wie Harry an seiner Schnelligkeit arbeitete.
„Ja aber der Feind wäre jetzt wenigstens ein Igel gewesen“ erklärte Harry ernst:
„Damit hättest du ihn im zweiten Zug vernichten können.“
Draco nickte nur und strich sich das Haar hinters Ohr, das machte er oft und Harry nahm an das da bald der Friseur ran durfte.
Wenn ein Malfoy eines war dann eitel.
„Lassen wir das für Heute“ beschloss der Sohn von der ebenso eitlen Narcissa Malfoy:
„Wir reisen zwar nach dem Mittagessen ab, aber wenn es klappt kann ich vor dem Schulbeginn noch mal zwei Tage herkommen.“
Er verzog das Gesicht und zeigte sich damit eher hoffnungslos, die Chancen für einen weiteren Besuch in den Ferien standen also sehr schlecht.
Etwas was Harry verstehen konnte, Draco hatte irgendeine Aufgabe aufgetragen bekommen und musste sich darauf vorbereiten.
„Aber in den Weihnachtsferien komm ich mit Mum die ganze Zeit über“ versprach er dann lächelnd:
„Und vielleicht ist Dad dann auch dabei. Sehr wahrscheinlich sogar, er wird dann nur die meiste Zeit bei Onkel Severus verbringen.“
Manchmal war Draco, genau wie Harry, noch ein kleiner Junge, egal wie erwachsen er sonst war.
Und er war sicher wesentlich erwachsener als Harry, etwas wofür er von diesem ein wenig bewundert wurde.
„Zigarren rauchen und Wein trinken“ fragte der junge Mann grinsend, er konnte es sich sehr gut vorstellen wie die Beiden so ihre Zeit verbrachten. Wobei er hoffte das Severus die Zigarre weg ließ.
„Sie rauchen nicht mehr, das hat Mum ihnen vor Jahren verboten weil es stinkt. Aber Wein und Schach kann ihnen keiner nehmen, sie sind nun mal ältere Herren und müssen so was tun. Ich glaube es sähe merkwürdig aus wenn sie auf den Besen durch die Gänge fliegen und anderen neue Frisuren verpassen.“
„So alt ist Severus aber auch nicht“ beschwerte Harry sich sofort, er mochte es nicht wenn man den Professor als alt bezeichnete.
„Er ist gut zwanzig Jahre älter als wir, das ist schon alt“ nickte Draco ernst und steckte den Zauberstab ein.
Mittlerweile waren ein paar Hauselfen aufgetaucht und deckten den Tisch für das Mittagessen.
Danach würden sich dann auch die Malfoys auf den Weg machen, Harry war dann wieder alleine mit Hermine und eventuell Fenrir.
Wenn der dann mal wieder zurück kam.
Nachdem er am Abend zuvor das Hauptquartier mit Jack und Remus verlassen hatte, um sich woanders zu verwandeln, waren nur die beiden jüngeren Werwölfe zurückgekehrt.
Sehr zum Entsetzen des jungen Mannes, der hatte schon mit Schokolade und Trockenfleisch auf Fenrir gewartet.
„Wir haben ihn in der Nacht verloren“ war Jacks Erklärung dazu gewesen:
„Aber das passiert fast jedes Mal, er taucht schon wieder auf wenn er es für richtig hält.“
Nur wann tauchte Fenrir wieder auf?
Harry machte sich ziemliche Sorgen um seinen Lieblingswerwolf und als auch bei diesem Mittagessen dessen Platz leer blieb verging ihm der Appetit.
Lustlos stocherte er in seinen Kartoffeln herum, was war nur mit Fenrir passiert?
„Du solltest etwas essen“ erklärte Hermine sanft und schob ihm ihren Pudding hin.
„Ich hab keinen Hunger“ seufzte der junge Mann leise, besonders beim Essen vermisste er Fenrir.
Das genüssliche Schmatzen fehlte irgendwie, und es war zu still wenn er sich nicht beschwerte oder über Remus lachte.
„Ich denke ich kann das Problem gleich beheben“ Severus stand auf und ging zu Harry rüber, packte ihn und schob ihn aus dem Saal raus in sein Arbeitszimmer.
„Setz dich“ forderte er und Harry setzte sich missmutig auf einen der Stühle. Nun unterbrach Severus schon sein Mittagessen dafür, vielleicht war ja doch etwas schlimmes mit dem alten Wolf passiert.
Hoffentlich war er nicht tot.
Horrorszenarien bildeten sich in den Gedanken des Jungen, vielleicht war Fenrir verletzt, von Voldemort enttarnt oder vom Ministerium aufgegriffen.
„Also was ist los“ wollte der Zaubertränkemeister wissen und setzte sich zu dem jungen Mann:
„Ist es weil Draco und Narcissa gleich abreisen?“
„Nein es ist weil Fenrir immer noch nicht zurück ist“ gab der junge Mann zu.
„Er ist bei Voldemort und dann in der Kolonie.“
Harry öffnete erstaunt den Mund, zwar hatte das Fenrir erwähnt aber es war nicht davon die Rede gewesen das er sofort nach Vollmond dorthin ging.
„Aber er...“ brachte der Junge hervor.
„Er hasst lange Abschiedsszenen, und weil er dich mag hat er sich wohl gedacht das es das Beste wäre wenn er nach Vollmond nicht zurückkommt. Aber ich wette er ist bald wieder hier“ Severus winkte gelassen ab:
„Der ist zäh wie altes Leder, dem passiert so schnell nichts. Und davon einmal abgesehen ist er gerne hier, besonders seit du hier bist. Er mag dich wohl sehr.“
„Ich wette er kommt vorrangig wegen Hermine her“ schmollte Harry ein bisschen, irgendwie war er beleidigt darüber das sein „großer Bruder“ sich nicht von ihm verabschiedet hatte.
Für einige Momente sah das doch so aus als wäre Harry so eine Verabschiedung dem Werwolf nicht wert. Aber es sah halt nur so aus, in Wirklichkeit wollte Fenrir sich wohl nicht verabschieden weil er es sich sonst am Ende noch anders überlegte.
„Er mag sie, oder? Hoffentlich wird er nicht von ihr enttäuscht“ Severus seufzte leise auf:
„Aber es wäre auch schön wenn sie einander finden könnten. Fenrir hatte noch nicht so viele Beziehungen in seinem Leben, den meisten Frauen ist er zu schwierig. Eigentlich hatte er noch gar keine seit ich ihn kenne...“
„Und was ist mit dir“ wollte Harry wissen, wenn sie schon mal bei dem Thema waren konnte er den Professor auch gleich mal ausquetschen.“
„Ich bin schwul.“
„Das weiß ich, aber ich will wissen ob du jemanden magst oder wenigstens schon ausgesucht hast.“
Der Anführer der Maquis hob eine Augenbraue und sah den jungen Mann durchdringend an.
Harry lief ein kalter Schauer über den Rücken, okay das war wahrscheinlich keine gute Frage gewesen.
Wie kam er nur aus dieser Sache wieder raus?
„Wer weiß“ schmunzelte Severus dann und Harry fiel ein Stein vom Herzen.
„Sagst du es mir?“
„Wenn es soweit ist werde ich es dir gerne sagen“ nickte der Professor und lächelte zufrieden.
Vielleicht war es ja schon sehr bald soweit.